Paulinus 2005 Kontroverse Diskussion Fachtagung

6. Mai 2003 | Von | Kategorie: Presseartikel

Kontroverse Diskussionen

Fachtagung über Berufsbild der Erzieherinnen in Koblenz

Für eine Reform der Erzieherausbildung haben sich rund 70 Erzieherinnen sowie Leiter und Fachkräfte sozialpädagogischer Fachschulen ausgesprochen. „Das Berufsfeld von Erzieherinnen wird immer komplexer, die Anforderungen im Alltag steigen, die Ausbildung berücksichtigt dies nur unzureichend“, betonten die Teilnehmer einer zweitägigen Fachzusammenkunft in Koblenz.

Angeregt durch Impulsreferate formulierten die Teilnehmer Thesen, die den anwesenden Politikern, Staatssekretär Harald Glahn vom Mainzer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung, sowie Jochen Hartloff als Vertreter der SPD-Landtagsfraktion, vorgetragen wurden. Besonders kontrovers wurde die geforderte Anhebung der Zugangsvoraussetzungen zur Erzieherausbildung diskutiert. Die Mehrzahl war der Ansicht, daß Abitur oder vergleichbare Voraussetzung erforderlich seien, um den Anforderungen der Ausbildung gerecht zu werden. Diese Forderung stieß auf heftigen Widerspruch bei Staatssekretär Glahn. Übereinstimmung herrschte darüber, daß das Vorpraktikum in der bisherigen Form abgeschafft werden solle. Vorpraktikantinnen seien „oft nur billige Arbeitskräfte und der pädagogischen Arbeit mit Kindern nicht gewachsen“, hieß es. Lehrkräfte und Erzieherinnen forderten auch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Hierzu gehöre vor allem ein „angemessenes zeitliches Budget für Beratung und Anleitung der Lernenden sowie für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Praxisstellen“. Für die Praxisanleitung sei eine Zusatzqualifikation der Anleiterinnen notwendig.

Pamela Oberhuemer vom Staatsinstitut für Frühpädagogik München stellte die „europäische Dimension“ des Themas vor: Außer in Österreich, Italien und in Deutschland würden in allen anderen EU-Ländern pädagogische Fachkräfte an Universitäten und Hochschulen ausgebildet. Große Hoffnungen werden auf die Kultusministerkonferenz gesetzt, die bis zum Jahr 2000 einen Entwurf für bundeseinheitliche Richtlinien zur Erzieherausbildung vorlegen will. Die Tagungsteilnehmer sprachen sich für eine intensive Beteiligung der Praxisstellen und Fachschulen im Vorfeld aus.

Die Initiative zu der Fachtagung „Erzieherin – Ausbildung im Tandem-System“ war von Erzieherinnen ausgegangen. Unterstützt wurde ihr Anliegen unter anderen vom Caritasverband für die Diözese Trier, von der Katholischen Erwachsenenbildung in der Region Koblenz sowie vom Forum-Kultur-Soziales (FoKuS), das sich in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung um die Fortbildung von Erzieherinnen bemüht.

Eine Dokumentation der Tagung ist bei dem FoKuS-Team in Boppard, Telefon (0 67 42) 8 63 10, erhältlich.

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